Best Practice Karte

Einleitung

Mit der Begradigung des Rheins Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stromgewinnung durch Wasserkraft am Rhein möglich. Zwanzig große, teilweise binationale Wasserkraftwerke wurden seitdem im Oberrheingebiet gebaut, die bis heute die größte erneuerbare Energiequelle darstellen.
Doch seit über zwei Jahrzehnten werden am Oberrhein neue Energiequellen erprobt und eingesetzt. Der gesamten Region gemeinsam sind die sehr guten geologischen Gegebenheiten zur Nutzung von Erdwärme. Die geothermische Anlage von Soultz-sous-Forêts im Elsass ist das Ergebnis eines französisch-deutschen Forschungsprojekts, das Maßstäbe in der Tiefengeothermie gesetzt hat.
Große Bedeutung wird dem Ausbau der Windenergie im Schwarzwald und im schweizerischen Jura beigemessen. Projekte wie die Initiative Regiowind in Freiburg zeigen, dass Bürgerbeteiligung und konkrete Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt der Schlüssel zum Erfolg sind.
Wie man eine Mülldeponie in ein modernes Produktionszentrum für erneuerbare Energie umwandelt, machen die Städte Karlsruhe und Freiburg vor. Die Mülldeponie West in Karlsruhe hat sich zu einem Energieberg entwickelt, auf dem drei Windkraftanlagen, ein Solarpark und eine Deponiegasanlage zur Stromerzeugung genutzt werden.
Mit Initiativen wie der „2000-Watt-Gesellschaft“ in der Schweiz, dem Programm Energivie im Elsass oder dem Quartier Vauban in Freiburg weist die Oberrheinregion auch im Bereich der energieeffizienten Gebäude und der nachhaltigen Stadtplanung innovative Beispiele auf.
Die Best-practice Karte von TRIONclimate  stellt vorbildhafte Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie und gute Beispiele aus dem Bereich des nachhaltigen Bauens in den jeweiligen Teilräumen des Oberrheins vor. Der Bereich erneuerbare Energie ist in sechs Energiequellen unterteilt: Wasserkraft, Geothermie, Biomasse, Photovoltaik, Windkraft und Wärmenetze. Im Baubereich wird unterschieden zwischen „Nachhaltige Gebäude“  und „Nachhaltige Stadtviertel bzw. Dörfer“.
TRION-climate erweitert in regelmäßigen Abständen den Best-practice Katalog, der kein Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie können uns gerne Informationen zu Installationen oder Gebäuden, die die Auswahlkriterien erfüllen und noch nicht im Katalog benannt werden, zukommen lassen.
 

Projektpartner

TRION-climate wurde bei der Ausarbeitung der Best-practices von Partnerorganisation aus allen drei Ländern des Oberrheins unterstützt.


Deutsche Partner:
Energieforum KA, Klimapartner Oberrhein


Französische Partner:
Logos : Pôle Alsace Energivie, Réno BBCTour, ADEME


Schweizer Partner:
Kantone BS, BL, JU und FHNW

 

Auswahlkriterien

Geografische Auswahlkriterien
Das geografische Einzugsgebiet der Best-practice Karte umfasst auf französischer Seite die Region Elsass mit den beiden Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin, den badischen Raum des Landes Baden-Württemberg mit den Kreisen Baden-Baden, Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Freiburg, Karlsruhe, Lörrach, Ortenau, Rastatt und Waldshut, die Südpfalz mit den Kreisen Germersheim, Landau, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz und ein Teil der Nordwestschweiz mit den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura.

Chronologische Auswahlkriterien
Die Best-practice Karte enthält Installationen oder Gebäude, die nach dem Jahr 2000 erbaut oder in Betrieb genommen wurden, mit Ausnahme der Wasserkraft. Einzige Ausnahme im Gebäudebereich stellt das Heliotrop in Freiburg dar, das als Manifest der Sonnenarchitektur seiner Zeit weit voraus war.

Qualitative Auswahlkriterien
Einzelne Windkraftanlagen sind nicht aufgeführt, sondern nur Windparks mit mindestens 2 Windrädern. Im Bereich der Photovoltaik werden nur großflächige Anlagen vorgestellt mit einer installierten Leistung von mindestens 500kWp. Eine Ausnahme wird für binationale Photovoltaikanlagen gemacht, die durch ihren grenzüberschreitenden Charakter in diesem Katalog nicht fehlen sollten.
Die vorgestellten Gebäude sind mit Energieeffizienzlabels oder sonstigen energetischen Preisen ausgezeichnet und wurden in den meisten Fällen im Rahmen von Förderprogrammen finanziell unterstützt. In dieser Weise wird sichergestellt, dass sie von einer Fachjury eingesehen und genehmigt wurden.
 

Veröffentlichungen

Modellbauten für die Energiewende am Oberrhein
TRION-climate organisierte am 5. November 2014 als Kooperationspartner des Energivie Summit grenzüberschreitende Besichtigungen von Modellbauten für die Energiewende in Basel, Freiburg und Karlsruhe. Eine vierte Energietour wurde von EDF und der Groupe ES in Straßburg angeboten. Die besichtigten Gebäude und Stadtviertel wurden in einer Broschüre zusammengefasst. Diese können Sie hier herunterladen.

 

© TRION - Netzwerk für Energie und Klima der Trinationalen Metropolregion Oberrhein
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